Platzierungen in Aachen, ein 5*-Sieg in Versilia, eine Doppelnullrunde im Nationenpreis von St. Gallen und Rang zwei im Grand Prix von St. Gallen – die österreichische Springreiterin Katharina Rhomberg erlebt derzeit die bisher erfolgreichste Phase ihrer Karriere. Im Interview spricht die Vorarlbergerin über die Gründe für ihren Erfolg, ihre Ziele für die heurige Weltmeisterschaft in Aachen und warum die Longines Global Champions Tour Vienna | Schloss Schönbrunn für sie ein ganz besonderes Turnier ist.
Katharina, es läuft aktuell richtig gut. Was steckt hinter diesen Erfolgen?
Wir haben uns über die letzten Jahre langsam gesteigert. Bereits vergangene Saison konnten wir bei der Global Champions Tour einige gute Ergebnisse erzielen. Wir haben uns auf diesem Niveau immer besser eingespielt und wichtige Erfahrungen gesammelt. Die Abstimmung mit meinen Pferden passt aktuell einfach sehr gut. Dazu kommt, dass ich mich intensiv mit Mentaltraining beschäftigt habe. Es sind viele kleine Bausteine, die jetzt gerade perfekt zusammenkommen.
Die Weltmeisterschaft in Aachen steht bevor. Wie sieht deine Vorbereitung aus?
Aachen ist eine unglaubliche Kulisse und ich freue mich riesig darauf. Mein Ziel ist es, meine Pferde und mich bis dahin in Höchstform zu bringen – und diese Form auch zu halten. Nach den aktuellen Erfolgen bekommen meine Top-Pferde zunächst eine kleine Pause. Danach entscheiden wir gemeinsam mit meinem Trainer, welche Turniere für die Vorbereitung wirklich sinnvoll sind. Wichtig ist die richtige Balance: Die Pferde sollen in den letzten Wochen vor der Weltmeisterschaft weder zu viel noch zu wenig machen.
Hast du bereits ein Pferd für die Weltmeisterschaft im Kopf?
Ziemlich sicher wird es Colestus sein. Mit Cuma habe ich bereits drei Championate bestritten und er war immer großartig. Colestus ist allerdings etwas jünger, bringt viel Blut und Energie mit. Gerade bei einer Weltmeisterschaft mit mehreren Runden und heißen Tagen im August kann das ein entscheidender Vorteil sein.
Nach Aachen folgt mit der Longines Global Champions Tour Vienna bereits das nächste Highlight. Wirst du in Schönbrunn am Start sein?
Ja, auf jeden Fall. Die LGCT Vienna steht fix in meinem Kalender. Es ist unglaublich cool, dass ein Turnier dieser Größenordnung bei uns in Österreich stattfindet. Vor Heimpublikum zu reiten und von den eigenen Fans angefeuert zu werden, ist etwas ganz Besonderes. Die Premiere im vergangenen Jahr war bereits unbeschreiblich – und ich bin überzeugt, dass es heuer noch besser wird.
Mit welchen Erwartungen kommst du nach Wien?
Ich möchte meine Ergebnisse aus dem Vorjahr definitiv toppen. Meine Pferde sind damals viele gute Runden gegangen, aber am Ende war immer irgendwo ein kleiner Fehler dabei. Es hat ein bisschen das Glück gefehlt. Heuer hoffe ich, dass alles zusammenpasst. Mein Ziel ist klar: Ich möchte vorne mitmischen.
Was macht die Etappe in Wien, im Ehrenhof von Schloss Schönbrunn, für dich innerhalb der Global Champions Tour so besonders?
Natürlich das Heimpublikum und die Atmosphäre. Trotz des teilweise schlechten Wetters waren im vergangenen Jahr unglaublich viele Zuschauer:innen vor Ort. Dazu kommt Schloss Schönbrunn mit seinem kaiserlichen Flair. Die Kulisse ist einzigartig. Wenn man die Geschichte des Ortes kennt und weiß, dass dort schon vor vielen Jahren Pferde und Reitveranstaltungen eine Rolle gespielt haben, macht das das Erlebnis noch spezieller.
Wie war es für dich, erstmals in den Ehrenhof einzureiten?
Das war tatsächlich das erste Mal, dass ich mit meinen Pferden durch ein Schloss geritten bin. Allein das ist schon etwas ganz Besonderes. Dieser Moment bleibt für immer in Erinnerung und ich freue mich jetzt schon darauf, ihn im September wieder erleben zu dürfen.
Wie würdest du Schönbrunn internationalen Kolleg:innen beschreiben?
Die Kulisse, die Geschichte, die besondere Stimmung im Ehrenhof und das einzigartige Flair machen das Turnier außergewöhnlich. Gleichzeitig stimmt aber auch das Gesamtpaket. Die Organisation war hervorragend, die Bedingungen für die Pferde waren perfekt und man hat sich rundum willkommen gefühlt. Das Turnier kann sich im internationalen Vergleich absolut sehen lassen.
Zum Abschluss: Katharina Rhomberg im Wordrap
- Dein Lieblingsturnier? Aachen – dicht gefolgt von der LGCT Vienna in Schönbrunn.
- Dein größter Erfolg? Der Sieg im 5*-Großen Preis von Versilia.
- Das erste Wort, das dir zu deinem aktuellen Top-Pferd einfällt? Colestus ist unser „Unicorn“ und einfach ein Genie – er denkt mit, ist unglaublich schlau und macht immer alles richtig. Cuma hat das größte Kämpferherz und kämpft immer für mich.
- Haben deine Pferde Spitznamen? Ja, Colestus heißt „Coli“ oder eben „Unicorn“ und Cuma ist „Cumi“.
- Wie würden dich deine Pferde beschreiben? Ehrgeizig. Mir ist immer wichtig, dass es meinen Pferden gut geht und dass wir alle den Spaß an der Sache nicht verlieren.
- Ein Ritual vor dem Parcours? Ich gebe meinen Pferden immer ein Küsschen und spreche ihnen noch einmal zu, dass wir das schaffen.
- Nationenpreis: Nervöser vor dem Start oder beim Zuschauen deiner Teamkolleg:innen? Ganz klar beim Zuschauen.
- Dein Go-to-Song im Lkw auf dem Weg zum Turnier? Stand Up for the Champions.
- Cheat Meal nach einem erfolgreichen Wochenende? Lasagne.
- Turnierfreie Woche – Strand oder Berge? Im Winter die Berge, im Sommer der Strand.
- Welche Stallarbeit machst du am liebsten? Meine Pferde putzen.
- Und welche gar nicht? Aufkehren und Pferde scheren.
- Dein größter Reit-Fail, über den du heute lachen kannst? Ich war einmal als Young Rider für einen Nationenpreis in Brasilien nominiert. Nach einem Sturz in der ersten Runde war ich überzeugt, dass ich nicht mehr starten darf. Ich durfte dann doch reiten – war aber so aufgewühlt, dass ich mich im Parcours verritten habe. Und von Cuma bin ich einmal noch vor der Startlinie eines 3*-Grand Prix heruntergefallen, sodass ich gar nicht mehr starten durfte.
- LGCT Vienna | Schloss Schönbrunn in drei Worten? Unbeschreiblich. Einmalig. Kaiserlich.



Galerie „Rhomberg im Gespräch“. Portrait: © Christian Husar · Springfotos: © Stefano Grasso | LGCT.